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Über Mich
Seit ich „Wauwau“ sagen konnte, wollte ich unbedingt einen Hund. Mein erster vierbeinigen Kamerad war ein kleiner gelber Plastik-Pudel. Das „Rudel“ wurde später durch verschiedene Plüschhunde und andere Tiere vergrößert. Der Kontakt zu „echten“ Hunden blieb mir jedoch weitestgehend versagt.
Ich wuchs in einem Dorf auf. Die Hunde wurden zu der Zeit meist als Hofhund an der Kette oder im Zwinger gehalten. Meine wenigen Hundeerlebnisse beschränkten sich dadurch auf einen Pudel Namens „Assi“, welcher dem Dachdecker gehörte und mit dem ich spielen durfte, wenn Schäden am Hausdach zu reparieren waren. „Leider“ war das nur selten der Fall. Dann gab es noch ein tief greifendes Ereignis. Zum Pioniernachmittag besuchte uns der Grenzpolizist mit seinem Diensthund. „Apollo“ war ein mächtiger schwarzer Altdeutscher Schäferhundrüde. Begeistert sahen wir zu, wie er aufs Wort "Sitz" und "Platz" ausführte. Von dem Tag an war Apollo mein „Traumhund“.
Ich sehnte mich so sehr nach einem vierbeinigen Kameraden, mit dem ich die Wiesen und Wälder durchstreifen, mit dem ich spielen und kuscheln könnte. Doch meine Eltern blieben hart. Sie hielten meinen Wunsch für eine vorübergehende Erscheinung – so wie das wohl bei den meisten Kindern der Fall ist.
Dann überfiel mich der nächste „Wahn“. Wie viele Mädchen im Alter von etwa zehn Jahren wollte ich nun unbedingt ein Pferd. Schuld daran war vor allem mein Onkel, der mich bei einem Besuch auf „Susanne“ setzte. Von da an fuhr ich alle großen Ferien dort hin. Neben den vielen Pferden durfte ich nun auch verschiedene Hunde näher kennen lernen: einen Shelti, einen Barsoi, einen Afghanen und verschiedene Mischlingshunde. Ich konnte mit ihnen spielen und wunderschöne Spaziergänge unternehmen. Onkel und Tante waren übrigens Tierärzte, wodurch mein Berufswunsch auch gleich feststand.
Zu Hause musste ich mich mit verschiedenen Kleintieren zufrieden geben: Mäuse, Vögel, Meerschweinchen, Schlangen, Blindschleichen, Igel, Frösche, Raupen,… Jedoch entstand damals auch noch eine wunderbare Freundschaft zu dem Shetlandpony eines benachbarten Bauern. Das Pferdchen war zum Reiten für mich bereits zu klein, aber wir machten täglich bezaubernde Spaziergänge. Besonders im Winter, wenn er kein Gras fand, konnte ich „Felix“ auch „ohne Leine“ laufen lassen. Ich versteckte mich dann hinter einem Baum und rief ihn. Wie ein Hund kam er angesaust und holte sich ein Stückchen Möhre ab.
Tierarzt bin ich leider nicht geworden – zu viele Hürden standen diesem Traumberuf im Wege. Aber der Wunsch, mit Tieren zu arbeiten hat mich nie wieder losgelassen. Durch meine eigenen Hunde habe ich erfahren, wie großartig das Zusammenleben mit einem vierbeinigen Kameraden ist und wie viel Freude es bereitet, gemeinsam zu trainieren. Mein Wissen und meine Erfahrungen möchte ich gern an Sie weitergeben, denn für ein harmonisches Miteinander von Hund und Mensch sind ein verständnisvoller Zweibeiner und ein gehorsamer, beschäftigter Hund Voraussetzung.
Domina (1986 - 1996)
Mit 19 Jahren, im Besitz einer eigenen Wohnung, erfüllte ich mir endlich meinen größten Wunsch: einen Hund.
Damals war es nicht üblich, dass große Hunde im Wohnzimmer lebten. Es bestand noch immer die Ansicht, dass ein „richtiger Hund“ in den Zwinger gehört. Deshalb entschied ich mich für einen Shelti (Zwergcollie).
Die kleine Hündin, laut Papieren mit dem unglücklichen Namen „Domina“ versehen, glich von ihrem Wesen weder einer Klostervorsteherin, noch einer der Damen, die ebenfalls diese Bezeichnung tragen. Sie war sensibel, anhänglich, unterordnungsbereit und hatte furchtbare Angst vor anderen Hunden und dem Zugriff (nicht der Anwesenheit) fremder Menschen.
Aber sie spielte sehr gern und liebte stundenlange Spaziergänge. Auch unsere Tramp-Touren begeisterten Domina. Mangels eigenen Autos mussten wir uns oft per Autostop durchs Land bewegen. Wenn wir zur Autobahnauffahrt wanderten freute sie sich ungemein: fahren, auf dem Schoß kuscheln und an irgendeinen tollen Ort wieder aussteigen war für Domina eine stets willkommene Abwechslung.
Damals wusste ich noch wenig über Hundeerziehung und –ausbildung. Hundeschulen waren zu DDR-Zeiten nicht wirklich bekannt und auch an guter Literatur mangelte es. Ich erzog meine Kameradin „intuitiv“ und habe dabei sicher viele Fehler gemacht. Im Verlauf meines Studiums erwarb ich umfassendes Wissen über
Lernpsychologie und wandte meine Erkenntnisse bei Domina an. Ich war erstaunt, wie viel Freude die kleine Hündin an der Ausbildung hatte.
Schon damals wurde mir klar, dass ein Vollzeitjob (ohne Hund) nicht das richtige für einen Hundehalter ist. Zwar bekam Domina bald Gesellschaft von Kater Kasimir, aber das schlechte Gewissen plagte mich oft, wenn meine Hündin stundenlang allein zu Hause war. Nach einigen Jahren fand ich eine Arbeitsstelle, wo ich meine Kameradin mitnehmen durfte. Später begleitete sie mich auch oft zum Studium.
Wir verbrachten wunderbare Jahre zusammen.
Leider starb Domina schon im Alter von zehn Jahren an einer Erkrankung.
Die wenigen Tage, die ich danach hundelos verbrachte machten mir klar, dass ein Leben ohne vierbeinigen Freund für mich freudlos und arm ist.

Watson (1996 – 2007)
Kurz darauf zog „Watson“, ein Deutscher Schäferhundrüde, bei mir ein. Im Gegensatz zu Domina war er ein wahrer Draufgänger: neugierig und furchtlos.
Diesmal wollte ich meinen Hund richtig ausbilden. Die Grunderziehung und den Alltagsgehorsam brachte ich ihm allein, mit Hilfe meines Studienwissens und Fachbüchern, bei. Als er eineinhalb Jahre alt war, traten wir in einen Hundesportverein ein. Wir zwei entwickelten uns zu einem recht erfolgreichen Team und innerhalb eines Jahres hatte Watson bereits die höchste Stufe der Schutzhundeprüfung (Stufe 3) erlangt. Danach legte er die Fährtenhundprüfung (Stufe 1) ab und nahm im Frühjahr 1999 an der Landesmeisterschaft im Schutzhundesport (SGSV) teil. Ein sechster Platz bei über zwanzig Hunden konnte sich schon sehen lassen!
Kurz darauf fing Watson jedoch an zu lahmen. Der Tierarzt stellte eine schwere Hüftgelenksdysplasie fest – die „Karriere“ im Hundesport war beendet.
Es begann eine Odyssee durch verschiedene Tierarztpraxen. Vor einer Operation (Hüftgelenksprothese) scheute ich mich. Zu viele Fachleute rieten mir ab und dann waren auch noch die Kosten – für eine Studentin unerschwinglich. Watson bekam alle möglichen Therapien: von Schmerzmitteln über Aufbaupräparate, homöopathische Behandlungen und Goldakupunktur. Nichts half wirklich. Ein erfahrener Hundeausbilder empfahl mir damals, den Hund unbedingt (entgegen dem allgemeinen Rat der Tierärzte) wieder zu bewegen. Ich begann mit wenigen Schritten schnelles Gehen und steigerte die Strecke allmählich. Bald konnte ich schon ein wenig Joggen. Nach einem knappen Jahr trabte Watson freudig über eine Stunde am Rad. Mindestens zweimal wöchentlich fuhr ich im Sommer mit ihm Schwimmen. Nach über einem Jahr hatten wir einen Gesundheitszustand erreicht, der es möglich machte, Watson wie einen völlig normalen Hund zu behandeln. Laien sahen ihm seine Erkrankung nicht an.
Nur Leistungssport war nicht mehr möglich. Wie also den Hund beschäftigen? Glücklicherweise hatte ich schon vorher begonnen, Watson lustige Übungen (Nicken, Kopfschütteln, Gegenstände aufheben,…) beizubringen. Dieses Training, diverse Suchspiele und die Arbeit im Sicherheitsdienst waren jetzt seine Lebensaufgaben.
Ich wurde im Hundesportverein als Ausbilderin tätig.
Nach dem Studium konnte ich leider keine qualifikationsgerechte Arbeit finden, die nicht zur Folge hätte, dass Watson stundenlang allein ist. Deshalb begann ich 1998 im privaten Sicherheitsdienst als Hundeführerin zu arbeiten.
Ich beschäftigte mich derzeit intensiv mit Literatur über Verhaltensstörungen (insbesondere bei Tieren) und hatte eine Idee: Warum nicht Studium und Hobby vereinen? Im Jahr 2000 startete ich meine nebenberufliche Tätigkeit „Verhaltensberatung und –therapie bei Hunden“.



Kantor (2001 -)
Als Watson älter wurde beschloss ich, einen zweiten Hund in unser kleines Rudel aufzunehmen. Die Arbeit fiel dem Alten zwar noch nicht schwer, aber ich musste auch an die Zukunft denken.
2001 kam Kantor (benannt nach einem Grenzhund im Kinderbuch), ein Deutscher Schäferhundrüde, zu uns. Watson schien über den kleinen Quälgeist nicht wirklich glücklich zu sein. Er verhielt sich fair, aber distanziert. Ich hingegen war von dem kleinen Kerl begeistert. Jetzt hatte ich ja schon viel mehr Wissen im Umgang mit Hunden. Das zahlte sich aus. Kantor wurde sehr schnell ein zuverlässiger und fröhlicher Begleiter. Er war ein regelrechter Sonnenschein – immer gut drauf. „Schimpfen“ musste ich mit ihm beinahe gar nicht (Ausnahme Pubertät, wo er sich mit allen männlichen Artgenossen anlegen wollte).
Aber zu viel Freude war uns nicht vergönnt. Mit etwa fünf Monaten begann Kantor zu lahmen. Trotz tierärztlicher Behandlung wurde es nicht wirklich besser. Ich suchte einen anderen Tierarzt auf. Dieser diagnostizierte eine beidseitige mittlere Ellebogendysplasie: dienstuntauglich und sportuntauglich. „Geben sie ihn in eine Familie, dort kann er relativ beschwerdefrei bleiben und alt werden.“ meinte der Doktor.
Mich von meinem Kantor trennen? Die Vernunft sagte ja. Ich brauchte einen gesunden Vertreter für Watson. Aber ich musste den Hund für seine Arbeit ausbilden können. Einen dritten Hund hätte ich nicht halten können.
Ich suchte lange nach einem neuen Zuhause für ihn. Viele wollten Kantor haben. Er hatte ein freundliches Wesen, war sehr gehorsam und ein bildhübscher Kerl. Aber kein Bewerber war mit gut genug. Irgendwann gab ich das zermürbende Suchen auf Anraten einer Bekannten auf. Sie meinte, ich solle ihn erst einmal behalten. Es komme die Chance, ihn in gute Hände zu geben – dann müsse ich nur dazu bereit sein.
Wir drei verbrachten eine wunderbare Zeit: Arbeit im Sicherheitsdienst, "Behinderten-Training", gemeinsame Spaziergänge und Ausflüge. Im Sommer fuhren wir stets ans Meer.
Im Frühjahr 2003 rief mich ein langjähriger Freund an. Seine Hündin war gestorben. Ich heulte beinahe eine ganze Woche. Nicht seines Hundes wegen, aber hier war sie, die Chance Kantor in gute Hände zu geben. Ein besseres Zuhause als bei ihm konnte ich mir nicht vorstellen. Die beiden kannten und mochten sich. Nach einigen Tagen hatte ich mich entschieden, meinen Freund zu fragen. Er war gern bereit, Kantor aufzunehmen.
Im Sommer fuhr Kantor für immer fort.
Es wurden diesmal traurige Urlaubstage am Meer. Mein „Sonnenschein“ fehlte mir sehr.
Kantor lebte sich gut ein und hat nun einen neuen „Chef“. Seit einigen Jahren bewohnt er ein großes Haus mit Grundstück, welches er den ganzen Tag bewacht. Eine kleine Mischlingshündin leistet ihm dabei Gesellschaft. Wir sehen uns mehrmals im Jahr.






Basko (2004 -)
Im Herbst holte ich Basko, einen „Mix“ aus holländischen, belgischen und deutschen Schäferhund ab. Er war damals bereits fünf Monate alt. Ich durfte diesmal kein großes Risiko eingehen, denn Watson brauchte einen Nachfolger. Deshalb wollte ich einen Hund, der schon bald auf Diensttauglichkeit untersucht werden konnte.
Watson mochte Basko vom ersten Tag an. Der junge Hund durfte sich Dinge herausnehmen, die er Kantor nie gestattet hätte, wie zum Beispiel über ihn steigen und den Stock wegnehmen.
Mit zehn Monaten brachte ich Basko zur Diensttauglichkeitsuntersuchung. „Alles in Ordnung“, lautete diesmal das Urteil des Tierarztes. Ich war glücklich. Damit wurde Basko endgültig in unser Rudel aufgenommen.
Basko entwickelte sich schnell zu einem gehorsamen Begleiter.
Bald brachte ich ihm auch ersten „Kunststückchen“ bei. Zu meiner Freude entdeckte ich im Internet, dass es sogar eine Sportart gibt, wo man solche Dinge verlangt: „Dogdance“. Im Winter 2005 reisten wir nach Oberammergau, wo ein Wochenseminar für Dogdance stattfand. Ich war begeistert. Ich erlernte nicht nur das Handwerkszeug für diese Sportart, sondern auch den richtigen Einsatz des „Klickers“.
Im „Hundehotel“ gab es außerdem eine Hundephysiotherapeutin. An einem freien Nachmittag suchte ich sie mit Watson auf. Ich wollte wissen, wie ich den Hund belasten darf und welche Übungen bei seiner Erkrankung therapeutisch nützlich sein können.
Unser kleines „Rudel“ hatte viele schöne und erlebnisreiche Monate.
Mitte 2006 verschlechtert sich Watsons Zustand schleichend, aber merklich. Er begann deutlich mit der Hinterhand zu schlurfen und gelegentlich zu lahmen. Ich musste ihm nun auch eine Einstiegshilfe für das Auto bauen. Ab dem Herbst bekam er regelmäßig Schmerzmedikamente. Das Radfahren musste unterbleiben. Bald konnten wir nur noch kurze Spaziergänge mit vielen Pausen unternehmen. Ich wusste, dass der Zeitpunkt unserer Trennung bald kommen wird. Im Mai 2007 konnte Watson die Treppen nur noch mit viel Hilfe bewältigen. Die Aussicht auf einen Spaziergang löste bei ihm keine Freude mehr aus. Die Hinterhand bewegte sich schwerfällig, beide Pfoten schliffen auf dem Boden. Mir war klar, dass jetzt nur noch Leid kommen würde. Wir nahmen Abschied.
Die Auftragslage im Sicherheitsdienst wurde immer schlechter. Ich beschloss, mich beruflich noch einmal neu zu orientieren und eine eigene Hundeschule aufzubauen. Das war seit Jahren mein Wunsch. Um noch ein weiteres „Standbein“ zu haben, begann ich Anfang 2007 ein Fernstudium zum Hundephysiotherapeuten, welches ich 2008 abschloss. Im Herbst 2008 fand ich nun endlich ein geeignetes Grundstück, um meinen Traum zu verwirklichen. Nach dem Überwinden zahlreicher behördlicher Hürden und umfassenden Bauarbeiten sind Platz, Praxis und Ausbildungshalle nun fertig gestellt.
Basko legte im Herbst 2008 die Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde Stufe 1 ab. Noch dieses Jahr (2009) soll er wieder einen vierbeinigen Kameraden bekommen.






Copper (Mai 2009 - )
Wieder einmal wollte ich: die niedlichen Geräusche aufnehmen, die Welpen anfangs von sich geben, so viele Fotos machen, Videos drehen,… aber – der kleine Kerl hält mich ständig auf Trab.
So sind nun schon fünf Wochen ins Land gegangen und jetzt erst komme ich dazu, unser neues Rudelmitglied vorzustellen.
Copper (übersetzt Kupfer oder „Bulle“ – im Sinne von umgangssprachlich Polizist) ist ein X-Hollandse Herder von Rommel`s Herdermeute. Mama ist eine Herder-Hündin und Papa ein Mix aus Herder und Malinois.
Copper hat sich gut bei uns eingelebt. Wenn er reden könnte, würde er vielleicht folgendes erzählen:
„Das ist schon ganz schön anstrengend, mit einem Menschen zusammen zu leben. Basko verstehe ich ja, er ist ein dufter Kumpel mit dem man wilde Raufspiele veranstalten kann. Aber mein Frauchen! Ständig macht sie komische Laute, die kein Hund begreift. Sonst ist Frauchen ganz o.k. Sie gibt mir Futter, führt mich Gassi, streichelt mich und spielt mit mir.
Die ersten Tage im neuen Heim waren sehr aufregend. Die vielen Geräusche und das Verhalten von Frauchen. Gleich am zweiten Tag war ich ganz toll erschrocken. Ich wusste ja schon, dass Menschen ihren Pelz verändern können. Aber habt ihr schon einmal einen Menschen ohne Pelz gesehen? Als Frauchen aus dem Zimmer mit den komischen Gerüchen und dem Wasserplätschern kam, hatte sie ihren Pelz vergessen. Ich habe sie nicht erkannt und erst einmal heftig angebellt.
Dann machen wir noch ganz seltsame Experimente. Offensichtlich will sie, das ich ihre Sprache lerne. Einiges fange ich an zu verstehen:
- „Copper“: Scheint ein wichtiges Wort zu sein. Wenn ich daraufhin Frauchen ansehe, gibt es meist ein Leckerchen.
- „Sitz“: Da soll ich mich auf meinen Hintern setzen. Wenn ich sitzen bleibe, bis Frauchen „Lauf“ sagt, kann ich noch ein Leckerli kassieren.
- „Platz“: Ich glaube, ich soll mich da hinlegen – hab´ ich noch nicht ganz begriffen.
- „Hierher“: Komme ich schnell angeflitzt, gibt es eine Belohnung. Allerdings muss ich aufpassen, dass ich nicht sofort wieder losstürme – das darf man nämlich erst bei „Lauf“!
- „Nein“: Böses Wort!!! Wenn ich nicht sofort mein Verhalten unterbreche, gibt es Ärger. Unter „Nein“ fallen zum Beispiel leider: Waden beißen, Teppichkanten anknabbern, beim Spaziergang leckere Kacke naschen, aufs Sofa klettern, Fresschen vom Tisch holen, die Klobürste mausen und viele andere lustige Dinge.
- „Fein“: Gutes Wort, hat meist ein Leckerli im Gepäck. Gibt es zum Beispiel wenn ich draußen gepullert oder gekackert habe, wenn ich mich bei „Sitz“ hinsetze,… Dabei freut sich mein Frauchen. Offensichtlich ist das auch etwas Gutes.
- „Klick“: Gutes Geräusch, bringt ein Leckerli. Man muss nur herausfinden, was man dafür tun soll.
- „Touch“: Da soll ich etwas mit der Nase anstupsen. Zum Beispiel einen Stab, eine Pylone oder Frauchens Hand.
- „Aus“: Da soll ich mein Spielzeug hergeben. Das ist übrigens gar nicht schlimm, denn das Spiel geht sofort weiter.
- „Komm“: Hier soll ich Frauchen hinterher laufen.
Außerdem kann ich schon durch den Tunnel flitzen, ein wenig schwimmen, an der Tür und beim Ableinen warten bis Frauchen „Lauf“ sagt, an der Leine gehen ohne zu ziehen (naja, klappt meistens) und viele andere kleine Dinge.
Ich habe auch schon eine Menge andere Hundenasen und lustige Zweibeiner kennen gelernt.“
Ende November 2009
"Jetzt bin ich ein halbes Jahr alt, wiege über 20 kg, habe schon alle neuen Zähne und bin schon gaaaaanz schlau. Ich kann jetzt schon:
- die Kommandos: "Sitz", "Platz", "Hier", "Hierher" (da muss ich nur herankommen, ohne mich gerade vor Frauchen zu setzen), "Aus", "Komm", "Touch", "Lauf", "Hm" (hier soll ich liegend mit dem Kopf nicken), "Schäm Dich" (das bedeutet, meine Pfötchen um die Schnauze legen), "Kreis" (damit ist eine Runde nach rechts um Frauchen gemeint), "Slalom" (durch die Beine von Frauchen), "Tip-Tap" (da muss ich die Pfoten abwechselnd heben. Tip ist die linke Pfote und Tap heißt die rechte Pfote: aber das verwechsle ich noch manchmal) und "Gib" (hier soll ich einen Gegenstand vom Boden aufheben und abliefern).
- tolle Sachen wie: "Außen" (Das heißt, ich soll um etwas - zum Beispiel einen Baum - herumlaufen. Allerdings muss ich dabei darauf achten, ob Frauchen ein Umlaufen von Rechts oder Links möchte, denn wenn ich es verkehrt mache, gibt es kein Leckerchen). Auch "Tunnel" (das Tunnelllaufen) ist jetzt schwieriger. Nur der richtige Eingang, auf den Frauchen zeigt, zählt. Beim "Touch" stellt Frauchen jetzt manchmal mehrere Pylonen auf. Ich soll dann nur die anstubsen, zu der Frauchen guckt.
Dann üben wir noch ganz merkwürdige Dinge. Stellt Euch vor, Frauchen trampelt über einen Acker und legt dort lauter Leckerli hin. Dann sagt sie zu mir "Suuuch" und ich schnüffel mich die Freßstraße entlang. Was das wohl einmal werden soll?
Übrigens bin ich jetzt schon ganz brav. Ich puller nicht mehr in die Wohnung und mache auch nichts mehr von Frauchen kaputt. Deshalb habe ich vor etwa drei Wochen ein Körbchen bekommen und muss nicht mehr in der Box schlafen.
Auch im Alltag folge ich sehr gut. Meistens darf ich ohne Leine laufen. Zur Zeit üben wir das Kommando "Ran". Da soll ich dicht mit Schulter in Kniehöhe von Frauchen laufen. Wenn wir zu dritt sind, läuft Basko noch zwischen uns. Ich kann das schon recht gut, bin aber manchmal etwas unkonzentriert und verpasse den Augenblick, wo Frauchen stehen bleibt. Wenn ich dort weiter laufe, gibt es kein Leckerchen.
Arbeiten finde ich übrigens toll. Ich bin dazu jederzeit bereit, auch in der Spielstunde, wenn meine Kumpels toben. Ich werde dann richtig ärgerlich, wenn mich einer von ihnen stört.
Mit Frauchen spiele ich jetzt gern "Beutezerren" oder wir Kämpfen miteinander. Da kann ich richtig wild werden.
Wenn Frauchen zum Arbeiten oder Spielen keine Lust mehr hat, sagt sie ein böses Wort: "Schluß". Jegliche Motivierungsversuche meinerseits bleiben dann erfolglos.
Mit Basko vertrage ich mich noch prima. Am liebsten biß ich mich an seinem Halsband fest. Das fällt jetzt leider unter "Nein", denn zwei Halsbänder habe ich schon kaputt gemacht.
Auch mit dem Alltagsleben der Zweibeiner bin ich nun weitestgehend vertraut. Zwei Dinge machen mich aber noch echt nervös. Das eine ist das Verschwinden meines Frauchens hinter einem Vorhang, um dann nach einigem Plätschern völlig komisch riechend wieder zu erscheinen. Ich muss da immer hin, gucken und fiepen. Dann gibt es noch ein Möbel, welches Frauchen aufklappen kann und wo dann schauerliche Töne raus kommen. Manchmal reißt mich das richtig mit und ich fange an zu "singen". Aber nach einer Weile wird das auch langweilig und ich gehe schlafen.
Auf einigen Bildern bei "Spielstunde" bin ich auch zu sehen, unter anderem in meiner Paraderolle als "Schnappender Tunnel".
Bis bald! Tschüß."
Mitte Februar 2010
"Zur Zeit ist mir manchmal komisch. Das alles fing im Dezember an. Plötzlich riß es mir ab und zu mein Bein hoch und ich musste ein wenig pullern. Frauchen fand das aber gar nicht tragisch und meinte, ich würde jetzt langsam ein Mann werden. Auch mit meinen Spielkumpels raufe ich jetzt gern. Beim Spazierengehen sind da plötzlich überall so interessante Gerüche. Manchmal vergesse ich dann, auf die Kommandos von Frauchen zu hören - ich weiß ja, dass sie nicht gern etwas zweimal sagt. Da gab es schon auch mal Ärger!
Ansonsten ist alles in Ordnung. Ich lernen jetzt gerade verschiedene Seiten von Frauchen zu unterscheiden. Da gibt es "Ran" (linke Seite), "Rechts" (rechte Seite), "Bag" hinter und "Front" vor Frauchen sowie "Mitte" zwischen Frauchens Beinen. Auch "Twist" (Drehung nach links um mich selbst) und "Round" (dasselbe im Uhrzeigersinn) üben wir neben vielen anderen Sachen.
Eine lustige neue Übung haben wir auch begonnen. Sie heißt "Mach was Neues". Ich kriege dann für alles einen Klick, was ich nicht schon gezeigt habe. Frauchen will damit so ein Ding bei mir fördern. Das heißt, glaube ich, Kreativität.
Unter Bilder sind wir (ich und Basko) bei unserer Lieblingsbeschäftigung im Winter zu sehen.
Das wars für heute, Tschüß!"
Ende April 2010
"Ich lerne zur Zeit "Agility". Komische Vorstellungen haben die Zweibeiner manchmal: Über den Laufsteg flitzen - kann ich doch! Aber nein, Frauchen möchte, dass ich stets am Anfang und Ende stehen bleibe. So etwas Umständliches! Auch die Wippe soll ich langsam und ordentlich abarbeiten. Hürdenspringen ist auch so eine Sache. Die kleinen Dinger kann man doch einfach umrennen. Aber ich habe schon begriffen, dass es nur dann einen Klick gibt, wenn sie stehen bleiben.
Dann haben wir eine ganz tolle Sache angefangen. Dabei darf ich in eine grooooße Beißwurst beißen. Frauchen sagt, dass es für dieses Spiel auch Prüfungen gibt, die ich alle machen soll. Endlich mal eine vernünftige Erfindung der Zweibeiner.
Mit Basko macht Frauchen neuerdings seltsame Übungen. Dabei kommt offensichtlich der große aufgeblasene Ball zum Einsatz, mit dem ich noch nicht spielen darf - ich werde dann immer weggesperrt. Aber es muss riesigen Spaß machen, denn Basko bellt dabei und Frauchen freut sich.
Beim Gassi sind wir jetzt viel schneller unterwegs. Das geht, seit uns so ein zweirädriges Ding begleitet, was unser schwerfälliges Frauchen trägt. (siehe Foto)
Ich hab Euch doch von der Dusche erzählt, die mich so furchtbar aufregte. Irgendwann fand Frauchen das albern und hat mein Verhalten einfach ignoriert. Das fand ich gar nicht toll, denn mir machte das Theater großen Spaß. Aber, ich bin ja nicht blöd - laß ich mir eben etwas anderes einfallen! Und es hat geklappt! Jetzt haben wir ein neues Ritual wenn Frauchen in die Dusche steigt: Ich hole mir ein Spielzeug und knurre Frauchen heftig an. Sie schimpft dann mit mir - aber nicht ernst. Irgendwann greift sie nach dem Badeschwamm und ich tue so, als hätte ich davor furchtbare Angst (der Schwamm hat mir aber echt noch nie etwas getan). Ich ziehe mich knurrend mit meinem Spielzeug hinter die Tür zurück und Frauchen muss dann immer lachen. Ich habe ein paarmal versucht den Schwamm anzugreifen - dadurch wäre das Spiel natürlich noch lustiger. Aber da hat Frauchen sich einfach wortlos in die Dusche verzogen - wahrscheinlich war das ein Verstoß gegen die Spielregeln.
So langsam begreife ich, wie das mit den Zweibeinern funktioniert. Sicher, es gibt Vorschriften, die ich einhalten muss, sonst kriege ich Ärger. Aber ein schlauer Hund findet immer wieder Möglichkeiten, das Verhalten seines Zweibeiners positiv zu beinflussen und sich ein lustiges Hundeleben zu organisieren. Eine der wichtigsten Regeln heißt: Bringe deinen Zweibeiner zum Lachen! Ein lachender Zweibeiner kann nicht böse werden!
Bis zum nächsten Mal! Tschüüüß!"
Ende Juni 2010
"Auaaaaa!!!
Ich habe mir die Hinterpfote aufgeschnitten! Frauchen hatte voll die Panik! Ich habe das gar nicht so gemerkt - war ja mit Bällchenspielen beschäftigt.
Danach Tierarzt. Dort habe ich erst einmal gepennt. Als ich aufwachte, hatte ich etwas Komisches am Fuß. Wollte das Ding mal eingehend untersuchen, da kam gleich ein "Nein". Habe es trotzdem immer wieder probiert, so dass Frauchen mir einen "Socken" von sich drüberzog. Hinterlistig sind die Zweibeiner manchmal: ich darf ja Frauchens Sachen nicht anknabbern!
Obwohl ich jetzt schon wieder flitzen kann, ist Frauchen sehr traurig. Sie sagt, dass eine Sehne kaputt ist. Tatsächlich steht meine "Krallenzehe" jetzt ein wenig hoch und macht nicht mehr wirklich mit. Aber das stört mich gar nicht.
Frauchen meint nun, dass ich vielleicht die ganz tollen Sachen wie Agility und das Spiel mit dem Beißen nicht mehr intensiv machen kann. Das finde ich blöd - ich laufe doch absolut toll! Auch verschiedene "Eksperten" sind der Ansicht, dass ich voll belastbar bin. Frauchen hat sich nun glücklicherweise entschieden, mich vorerst völlig normal zu behandeln.
Aber wenn..... Die Zweibeiner sind manchmal echt komisch. Frauchen trauert um meine Zehe, die nun mal nicht mehr zu retten ist und ängstigt sich, ob das nun alles auch in Zukunft gut geht. Wir Vierbeiner machen das besser. Wir vergessen Vergangenes meist sehr schnell, pfeifen auf das was da kommen wird und geben uns uneingeschränkt der Gegenwart hin. Die Zweibeiner sollten von uns lernen!
Warum die Sehne nicht genäht wurde? Ja, der Tierarzt meinte, sie sei nur ein wenig angerissen und das habe er repariert. Frauchen war da anderer Meinung - aber sie ist ja kein "Eksperte". Leider hatte sie aber doch irgendwie recht, zumindest was den Sehnenteil zu meinem letzten Zehenglied betrifft.
Soll ich Euch mal ein Geheimnis verraten? Basko hat auch so eine Zehe. Frauchen hat das damals reparieren lassen. Was der Tierarzt ihr nicht sagte war, dass sie ohnehin nicht mehr funktioniert (war schon einige Zeit nach dem Unfall). Jetzt steht die Zehe zwar nicht so keck nach oben wie meine, leistet aber auch keinen Beitrag beim Laufen. Dafür musste Basko 12 lange Wochen mit einer Schiene laufen, durfte nicht flitzen, kein Bällchen spielen,... Das hätte ich aber auch nicht gewollt!
Nun, mal sehen wie es weitergeht. Ich hoffe, ich kann nächstes Mal wieder etwas Schönes und Lustiges berichten.
Tschüß!"
Anfang September 2010
"Die letzten Wochen waren toll. Nachdem Frauchen Ihre Ängste wegen meines Zehes überwunden hatte, ging es endlich wieder richtig los.
Wir fahren jetzt regelmäßig auf einen Hundeplatz. Dort beschäftigt sich Frauchen nicht mit den anderen Kumpels, sondern nur mit Basko und mir. Das Tollste ist, es gibt dort den Onkel Heiko, den ich anbellen und beißen darf! Das ist jetzt wohl die Fortführung von dem Spiel mit der groooßen Beißwurst.
Auch zum Baggersee fahren wir wieder. Frauchen ist jetzt aber noch vorsichtiger, damit nicht noch ein Unfall passiert. Einige Schwimmbilder von uns hat meine "Oma" auch gemacht.
Dann kam das Größte: Wir waren im Urlaub! Erst sind wir gaaanz lange mit dem vierrädrigen Ding gefahren. Ab und zu gab es eine kleine Pause. Die letzte Pause war am schönsten. Nachdem wir durch ein Wäldchen gegangen sind, standen wir vor einem riesigen Wasser. Erst einmal war ich etwas verdutzt, da das Wasserli komisch schmeckte und nicht so glatt war, wie im Baggersee. Aber Basko ist gleich reingestürzt und ich natürlich hinterher. Das war eine tolle Abwechslung nach der langen Fahrt!
Dann bezogen wir eine neue Hütte (Foto). Die war zwar klein, aber wenn wir nach Hause kamen waren wir so kaputt, dass wir ohnehin nur noch Fressen und Schlafen wollten.
Jeden Morgen sind wir zu dem großen Wasser gelaufen und dort geschwommen. Dann gab es Fresschen und Verdauungspause. Danach wanderten und schwammen wir den ganzen Nachmittag. Echt, so fertig war ich noch nie und einen riesigen Appetit hatte ich immerzu!
Anfangs hat uns noch das zweirädrige Ding begleitet. Aber das hat irgendein böser Zweibeiner geklaut. Frauchen hat gesagt, dass sie ihn, falls sie ihn erwischt, in den Hintern beißt. Leider haben wir ihn nicht erwischt - ich hätte das zu gerne gesehen!
Zweimal wanderten wir übers Kap Arkona (Bild). Massenhaft Zweibeiner! Was die dort nur wollen? Ich fand das ziemlich langweilig, zumal wir auch noch an der Leine gehen mussten! Aber bald danach kam der Nordstrand mit Bällchenspielen und Schwimmen - das war eine akzeptable Entschädigung.
Trainiert haben wir in dieser Zeit wenig - war ja auch Urlaub! Aber ich kann jetzt mit Basko gemeinsam rechts bei Fuß gehen und zweimal haben wir "Leckerli aus Fußtapsen naschen" gespielt (Frauchen: "Das heißt Fährtenarbeit!").
Nun, irgendwann packte Frauchen alles zusammen und wir fuhren wieder lange in dem vierrädrigen Ding. Jetzt sind wir wieder zu Hause.
So, das wars für heute! Tschüüüß!"
Anfang Januar 2011
"Viel Neues gibt es diesmal nicht zu berichten. Wir waren bei "Oma und Opa" und haben dort das Weihnachtsfest gefeiert. War echt lecker: von Oma und Opa gab es tolles Freßchen, ohne groß was dafür machen zu müssen. Dann entdeckte ich unter dem Schnee eine Köstlichkeit: den "Kompotthaufen"! Frauchen hat zwar gemault, aber immer wenn keiner aufpaßte, war ich weg, denn: Wer nicht dabei erwischt wird, darf auch keinen Ärger mehr kriegen!
Basko hat die Futterstelle der "Flattertiere" näher untersucht: danach wurde der große Speckstreifen vermißt!
Naja, Musterknaben sind wir beide nicht: Wäre ja auch laaangweilig!
Abends haben die Zweibeiner wieder Krach gemacht: Oma hat gejault, Opa entlockte einem großen Kasten (den hatte er sich umgehängt) schauerliche Töne und Frauchen pfiff auf einem Stöckchen. Letztes Jahr habe ich ja noch mitgejault, diesmal war mir das echt zu doof. Ich versuchte, Frauchen das Stöckchen zu mausen. Danach gab´s Geschenke: auch für uns!
Dann kam noch die Nacht mit den vielen "Blitzen und Knallen". Beim ersten Krach bin ich schon etwas erschrocken. Aber da Frauchen sich freute und lustig war, und Basko überhaupt nicht weiter reagierte, habe ich das verrückte Treiben am Himmel auch nicht mehr beachtet.
Dieses Jahr haben wir einiges vor: Basko soll nun endlich seine VPG2 machen, ich meine Begleithundprüfung. Dann sollen wir jeder lustige Übungen zur Musik zeigen (Frauchen nennt das "Dogdance"). Ich darf weiter das Spiel mit dem großen Ball lernen (Frauchen nennt das "Treibball") - macht mir übrigens tollen Spaß, den Ball zu kullern!
Auch viele andere Aufgaben warten auf uns - wird bestimmt eine aufregende Zeit!
Bis bald! Tschüüüß!"






















































August 2011
"Jetzt habe ich aber lange nichts von mir hören lassen! Naja: Frauchen hatte es wieder ständig eilig (ich glaube, die Zweibeiner nennen das Stress) und keine Zeit, meine Berichte zu tippen.
Aber jetzt muss sie ran, denn wir waren im Uuurlaub!
Es ging wieder zum großen Wasser mit dem Namen Ostsee.
Jetzt wußte ich schon, was auf mich zukommt. Ich war jeden Tag total aufgeregt: Bällchen spielen, schwimmen, wandern, buddeln - alles was ich sooo gerne mache.
Frauchen hat mich ständig gefragt, ob ich meine Ohren zu Hause vergessen habe. So ein Blödsinn, die sind doch für jeden sichtbar an meinem Kopf angewachsen! Aber manchmal sprechen die Zweibeiner in Rätseln, sie meinen dann manches "symbolisch". Naja ehrlich, ich konnte mich manchmal wirklich kaum auf die Kommandos konzentrieren. Auf den Hinwegen lockte das große Wasser, und wenn wir danach zu unserer Hütte gegangen sind, dann war ich so fertig, dass ich auch nicht richtig zuhören konnte.
Bei einem Spaziergang lagen da so komische schlabberige Dinger am Strand. Hab ich mir mißtrauisch angeguckt. Als ich mit Basko im Wasser war, rempelte mich doch tatsächlich so ein Ding an. Ich bin schnell wieder ans Ufer geflitzt. Frauchen hat natürlich gelacht und mir das mit den "Schlabberdingern" erklärt. Dann hatte ich keine Angst mehr. Habe dann versucht, ob man die Quallen (so heißen die nämlich) auch apportieren kann - sind aber gleich aus der Schnauze geschlabbert.
Neben unserer Hütte machten die ersten Tage zwei Retriverdamen Urlaub. Ich liebe Damen, bin echt hin und weg, wenn ich welchen begegne. Die eine zeigte sich ein wenig kratzbürstig. Die andere war aber recht nett - wäre bestimmt was mit uns geworden. Aber leider reisten sie bald ab.
Oben gibt es ein paar Bilder vom Urlaub.
Bald haben wir Prüfung!!! Wenn es gut klappt, darf ich darüber berichten.
Tschüüüß!"
September 2011
"Wir hatten Prüfung! Ich darf darüber berichten, woran Ihr merkt, dass wir suuuper waren. Frauchen sah das zwar ein wenig anders, aber wir haben immerhin beide bestanden. Ich bin jetzt ein Begleithund und Basko ein VPG 2- Hund.
Schon früh am Morgen ging es los. Frauchen war sehr aufgeregt. Wir fuhren zum Hundesportplatz und von da aus gleich auf ein großes Feld. Dort sollte Basko seine Fährte suchen (ich durfte leider nicht mitmachen). Als die beiden wiederkamen strahlte Frauchen über die ganze Schnauze. Basko hatte 98 von 100 Punkten bekommen.
Dann, wieder auf dem Hundesportplatz, war endlich ich dran. Gemeinsam mit einem Mops und seinem Zweibeiner betraten wir die Wiese. Der Mops versuchte kurz, mich anzupöbeln, aber, bei so einem Zwerg, da stehe ich doch echt drüber! Dann liefen wir auf zwei Zweibeiner zu. Dem einen erzählte Frauchen etwas, dann ging der Mops sich hinlegen und ich bekam das "Fuß - Kommando". Anfangs lief ich noch sehr aufmerksam mit, aber dann mußte ich doch immer mal gucken, was so los ist: vor dem Vereinshaus standen Massen von Zweibeinern - das habe ich noch nie erlebt! Irgendwann kamen dann auch noch einige davon auf die Wiese. Ich erinnerte mich, dass wir so etwas schon einmal gemacht haben und lief mit Frauchen durch. Aber plötzlich war wieder etwas los vor dem Vereinshaus und ich verlor den Kontakt zu Frauchen. Sie knurrte leise. Darauf hin gab ich mir mehr Mühe.
Das "Fuß" ohne Leine habe ich sehr schön gemacht. Ich war so begeistert von mir, dass ich das "Sitz aus der Bewegung" verpaßte und andächtig neben Frauchen weiterlief. Naja - eigentlich kann ich das perfekt. Frauchen wiederholte das Kommando und ich setzte mich ein wenig beschämt hin.
Das "Platz aus der Bewegung" und das "Hier" sowie das Abliegen machte ich gaaanz toll!
Kurz darauf wurde Basko aus unserem vierrädrigen Ding geholt. Nach einer Weile kamen die beiden wieder und Frauchen strahlte zwar nicht über die ganze Schnauze, sah aber recht zufrieden aus. Später erfuhr ich, dass Basko 91 Punkte bekommen hat. Das ist wohl noch sehr gut. Aber auch er hatte, neben anderen kleineren Fehlern, sein "Sitz aus der Bewegung" vermasselt. Frauchen hat so ein Ding, wo sie sich das, was mal war, angucken kann (das Gerät bellt dann auch wie ich und redet wie Frauchen). Immer wieder saß sie davor und knurrte. Basko hatte sich wohl beim Sitz angefangen zu setzen, aber dann noch mehrmals den Po zurechtgeruckelt, bis er bequem genug saß - das durfte nicht sein. Der Zweibeiner, der aufpassen sollte (Frauchen: das ist der Richter!), hat das natürlich alles gesehen und aufgeschrieben.
Dann passierte lange Zeit gar nichts.
Irgendwann holte mich Frauchen ab und wir gingen einen Weg entlang. Da kam ein Radfahrer, ein rennender Zweibeiner, ein anderer Hund, viele Zweibeiner die sich um mich drängten und der Aufpasser gab Frauchen die Pfote. Dann wurde ich noch angebunden, Frauchen ging weg und der Radfahrer, der Rennende und Hunde kamen vorbei. Echt komisches Spiel!
Danach holte mich Frauchen ab, der Aufpasser gab ihr wieder die Pfote und Frauchen freute sich. Offensichtlich hatte ich das gut gemacht!
Dann wartete ich, ob sich die Zweibeiner noch mehr ulkige Übungen für mich ausgedacht haben. Aber es wurde nur Basko noch einmal abgeholt.
Basko durfte, und das finde ich echt gemein, mit einem Zweibeiner Beißen spielen. Als die beiden zurück kamen strahlte Frauchen nicht. Naja, Basko hatte 87 Punkte für seinen Schutzdienst gekriegt. Ist ja noch ganz gut, aber Frauchen hatte sich wohl mehr erhofft. Insgesamt hat Basko seine Prüfung mit "Sehr gut" bestanden.
Wieder in unserer Hundeschule gab es lecker Fresschen und danach eine tolle Radrunde durch den Wald zum See. Frauchen hat uns sehr gelobt und gesagt, dass, außer bei dem "Sitz aus der Bewegung", wir alles toll gemacht haben. Für die anderen Fehler hat sie sich selbst die Schuld gegeben. Und damit hat sie recht! Was wir nicht super gut gelernt haben, können wir schließlich auch nicht super gut zeigen!
Das nächste Mal darf ich vielleicht auch schon die Prüfung mit Schnüffeln, Apportieren und Beißen machen!
Tschüß sagt: Begleithund Copper!"